FOREST PUNK - DAS BUCH

Kunsttage Rhein.Erft 2014

 

Text von Stefan Heins aus
"Alt-Open Interessengemeinschaft von 1972 e.V."
August 2014
 

Wrack im Wald

Abwrackprämien und Wertstoffgewinnung, Gelbe Säcke und Blaue Tonnen – kaum etwas ist in der EU so gründlich organisiert wie die sogenannte Entsorgung, worunter heute der subtil angewandte Zwang zur Neuanschaffung verstanden werden kann. Wenn das alte Zeug, ob funktionsunfähig oder auch nicht, erst einmal endgültig verwurstet ist und auch nicht mehr der Ersatzeilgewinnung gedient hat vor dem Exitus, dann herrscht das, was manche heute allen Ernstes als Nachhaltigkeit bezeichnen. Sie räumt auf, die EU. Unser Wald soll schöner werden, und so liegen nicht einmal mehr in für die anarchische Müllbeseitigung bekannten Ländern wie jenem der Griechen heute noch alte Opel Olympia unter dem Olivenbaum.
Eben das macht dieses Fotobuch so erstaunlich. Dieter Klein aus Köln begab sich auf die Spur des Wracks. In Schweden, Frankreich, Belgien und selbst im Rheinland wurde er fündig und hat nicht einfach draufgehalten, sondern das Stativ in den Waldboden gerammt und dann in aller Ruhe seine Motive aus dem Schrott komponiert.
Auf 160 Seiten wabern Spinnenweben durch herunterhängende Stofffetzen, wachsen Moose auf Fensterdichtungen, wachsen Bäume durch den Motorraum eines Opel Olympia. Kleins Fotos vermitteln ein seltsam verstörendes Bild vom Frieden, den die Natur mit dem Automobil geschlossen hat. Ein Buch, das nicht nur Oldtimerfreunde in die Hand nehmen sollten, sondern auch EU-Kommissare.  
Dieter Klein: Forest Punk. 160 Seiten, viele schöne Fotos, 58 Euro. ISBN 978-3-937907-44-4, 58,00 €.


aus laetitiavitae.de

Wenn aus Schrott Kunst wird …


Auf unserem Rundgang lernen wir auch Dieter Klein kennen. Auf unsere Frage, was er denn so mache, ob er male oder als Bildhauer tätig sei, antwortet er, dass er Schrottautos im Wald fotografiere. Wir stutzen, immerhin ist wahrscheinlich nicht nur in Deutschland das freie Entsorgen von Altlasten in der Natur streng verboten. „Stimmt“, meint er, „und weil das so ist, ist es auch nicht so einfach die passenden Stellen zu finden.“ Oft streift er monatelang durch die Wälder Frankreichs, Schwedens oder Amerikas immer auf der Suche nach dem Objekt der Begierde. „Irgendwann habe ich einen Tipp bekommen, dass es in Frankreich einen ehemaligen Autofriedhof gibt, der schon vor Ewigkeiten aufgegeben wurde“, erzählt er, „und nur mit Mühe ist es mir gelungen mit Charme und Überredungskunst ihn dann auch tatsächlich zu finden.“ Und dann heißt es warten, auf das richtige Licht, den richtigen Moment, die richtige Stimmung. „Wenn ich fündig geworden bin, bleibe ich oft Tage und mache immer wieder Fotos je nach Tageszeit, um dann am Ende ein einziges als wirklich gut auszuwählen.“ Was dabei herauskommt hat am Ende dann tatsächlich etwas Magisches an sich.

 
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