Forest Punk goes School

Autowracks inspirieren Schüler

Das ungewöhnliche Fotoprojekt „Forest Punk“ des Kölner Fotokünstlers Dieter Klein diente Schülern des Förderzentrums Mitte aus Hilden als Inspiration. Jetzt sind ihre Arbeiten zusammen mit Bildern des Fotografen in einer Ausstellung in der Remise Düsseldorf zu sehen.

Forest Punks – das sind verlassene, automobile Rostlauben einer längst vergangenen Automobilära. Jetzt verwittern die ehemals glanzvollen Boliden in schwedischen Birkenwäldern oder auch in den Wüsten Nevadas. Ihre Narben stammen von Regen, Stürmen und der Kraft der Natur. Moose, Spinnen, ja ganze Bäume haben sich heute der Wracks bemächtigt. Noch kann man sie hier und da entdecken, doch die Forest Punks tarnen sich gut.

So war es denn auch ein Zufall, der den Fotografen auf die Spur dieser besonderen Oldtimer brachte: Bei einer Ferienreise durch Frankreich entdeckte Klein einen alten Citroën-Laster im Gebüsch, der bereits völlig überwuchert war von der Natur. Dieses Bild sollte ihn nicht mehr loslassen. Er fotografierte die Szene und machte sich auf die Suche nach weiteren verlassenen Gefährten in der Natur – und wurde fündig.

Vergessene Schrottplätze in Frankreich, Belgien und Schweden waren sein nächstes Ziel. Er entdeckte sie nach aufwändigen Recherchen und manchmal zunächst vergeblichen Suchen. Klein trotzte Wind, Wetter und Insektenattacken, um seine Motive zwischen Licht- und Schattenwelten im Bild festzuhalten.

Eine weitere Reise führte ihn in die USA, dem Automobilland schlechthin. Auf vielen tausend Meilen zwischen der kanadischen Grenze und Texas begegneten dem Kölner Fotografen morbid-schöne Schrottauto-Szenen in grandioser Landschaft, die er für alle Zeiten festhielt.

Was Klein von seinen Reisen an Motiven mitbrachte und mittlerweile in zwei Büchern veröffentlichte, nahm sein guter Freund Hennig Weyerstraß auf und trug es in seine Kunstklasse im Förderzentrum Mitte. Die Schüler setzten insgesamt 13 Motive großformatig in unterschiedlichen Maltechniken um. Mit gegenseitiger Hilfe und Motivation durch ihre Mitschüler sowie der Unterstützung durch Lehrer und Integrationshelfer konnten sie das Projekt innerhalb von zwei Monaten realisieren. Nun werden ihre Bilder gemeinsam mit denen des Fotografen in einer Ausstellung der Düsseldorfer Remise gezeigt. Auch wird ein Kalender 2018 mit allen Motiven vorgestellt.

Dieter Klein wird in diesem Rahmen spannende Hintergrundgeschichten über seine ungewöhnliche Leidenschaft, die ihn seit Sommer 2009 fesselt und nicht mehr loslässt, erzählen. Mit diesem Vortrag gewann er übrigens im Oktober auf dem Wettbewerb der 1. Discovery-Days in Laax, Schweiz, den Preis für die „Beste Fotografie“ und tourt damit gerade durch Europa.

9.12.2017, 11.00 Uhr Ausstellungseröffnung in der Remise Düsseldorf.

Classic Remise Düsseldorf
Harffstrasse 110a
40591 Düsseldorf